Azem Abdi
aus Kaltbrunn ist für den WTT Young Leader Award 2026 nominiert.
Azem Abdi ist für den WTT Young Leader Award 2026 nominiert. Mit vie Mitstudierenden hat der 25-jährige Kaltbrunner einen Check weiterentwickelt, der Unternehmen beim Einstieg in die künstliche Intelligenz unterstützen soll.
Kaltbrunn Künstliche Intelligenz (KI) bietet Unternehmen viele Möglichkeiten. Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen häufig vor der Frage, wo sie mit dem Einsatz beginnen sollen und welche Voraussetzungen dafür nötig sind. Ein Team aus fünf Studierenden der Ostschweizer Fachhochschule OST
hat für das Unternehmen Online Consulting einen KI-Readiness-Check weiterentwickelt. Das Team, zu dem auch Azem Abdi aus Kaltbrunn gehört, wurde für den WTT Young Leader Award 2026 nominiert, eine jährliche Preisverleihung der OST, bei der die besten Praxisprojekte von Wirtschaftsstudierenden ausgezeichnet werden. Abdi arbeitet als System Engineer bei der aXcelerate-Solutions AG und hat berufsbegleitend Wirtschaftsinformatik an der OST studiert. Nach seiner Informatiklehre mit Berufsmaturität arbeitete er zunächst in der IT. Dabei habe er festgestellt, dass Technik allein noch keine Probleme löse. «Ich wollte verstehen, wie Unternehmen Entscheidungen treffen und wie man IT so einsetzt, dass sie echten Nutzen bringt», sagt Abdi.
Der entwickelte KI-Readiness-Check soll KMU eine Standortbestimmung ermöglichen. Unternehmen beantworten online Fragen zu Themen wie Strategie, Daten, Mitarbeitenden und IT-Sicherheit. Dabei passt sich der Fragenkatalog dem jeweiligen Wissens- und Entwicklungsstand an. Danach erhalten die Unternehmen eine
Einschätzung ihrer Ausgangslage und konkrete Empfehlungen für die nächsten Schritte. «Man kann es sich wie einen Fitnesscheck für Unternehmen vorstellen, bei dem wir herausfinden, wie bereit sie für den Einsatz von künstlicher Intelligenz sind und wo sie noch Verbesserungspotenzial haben», erklärt Abdi. Der Check soll aufzeigen, wo bereits Stärken vorhanden sind und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. So sollen KMU Orientierung erhalten, ohne zunächst ein kostspieliges Beratungsprojekt starten zu müssen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Sicherheit. Mitarbeitende würden teilweise bereits eigenständig KI-Werkzeuge nutzen, ohne dass
immer klar sei, welche Daten dabei weitergegeben werden. Abdi kümmerte sich im Team vor allem um die technische Umsetzung und die IT-Sicherheit. Die Interviews mit Fachpersonen und KMU ergaben, dass Sicherheit und klare Regeln die grössten Herausforderungen darstellen würden. Deshalb entwickelte er die zusätzliche Dimension «IT-Sicherheit & Governance». Zudem arbeitete er am Fragebaum und an Überlegungen, wie der Prototyp künftig auf einer eigenen Infrastruktur betrieben werden könnte.
Anders als bei einer klassischen Studienarbeit stand bei der Entwicklung nicht die Bewertung im Vordergrund. Das Projekt hatte einen konkreten Auftraggeber, der regelmässig Rückmeldungen gab und das Ergebnis tatsächlich nutzen wollte. «Das war anspruchsvoller, aber auch deutlich motivierender», findet Abdi. Besonders freut es
ihn, dass der weiterentwickelte Check im November öffentlich lanciert werden soll. Die Nomination für den WTT Young Leader Award ist für Abdi eine Anerkennung des gemeinsamen Einsatzes. «Sie ist eine schöne Bestätigung
für viele Abende und Wochenenden, die neben dem Job ins Studium geflossen sind», sagt er. Dass es für das Finale reichen würde, habe er nicht erwartet. Die Freude sei deshalb gross – auch, weil das Team die Nomination gemeinsam erreicht habe.
Der WTT Young Leader Award zeichnet herausragende Praxisprojekte von Studierenden der OST aus. Die Preise werden am Mittwoch, 28. Oktober, in der Tonhalle St. Gallen verliehen. Rund 600 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik werden erwartet. Abdi und sein Team treten in der Kategorie Managementkonzeption an. Mit der Nomination ist ihnen bereits ein Podestplatz und ein Preisgeld sicher. Neben der Bewertung durch die Jury gibt es einen Publikum-Award. Für ihr Projekt kann online unter www.ost.ch/finalisten abgestimmt werden. «Jede Stimme ist für uns auch ein Dankeschön an unser Team, das diese Arbeit mit viel Herzblut neben dem Beruf geleistet hat», so Abdi.
Shannon Senn
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