Azem Abdi
aus Kaltbrunn ist für den WTT Young Leader Award 2026 nominiert.
Felix Blumer arbeitete von 2005 bis 2025 als Meteorologe bei SRF Meteo. Als Meteo-Unternehmer befasst er sich heute mit aktuellen Wetter- und Klimafragen. Seit gut einem Jahr ist er nun Wetterbotschafter auf dem 2500 Meter hohen Säntis.
Region In der Schweiz wird seit 1864 das Wetter systematisch beobachtet und aufgezeichnet. Allerdings fehlten zunächst noch Bergstationen. Das änderte sich 1882, als die Wetterbeobachtung auf dem Säntis begann. Das war damals mit Abenteuer verbunden. Denn es gab bis 1935 noch keine Säntisbahn. Für den Wetterbeobachter hatte dies zur Folge, dass er auf dem Berg wohnen musste und nur alle paar Tage einmal ins Tal kam. Dazwischen wurde er durch Träger versorgt. Die Daten wurden damals mit einer Telegraphenleitung ins Tal übermittelt. Trotz Einsamkeit war der Job sehr beliebt. So beliebt, dass es am 21. Februar 1922 zum Doppelmord auf dem Säntis kam, als ein abgelehnter Beobachterkandidat das Beobachterpaar auf dem Gipfel umbrachte. In den letzten Jahrzehnten verlor allerdings die Wetterbeobachtung auf dem Säntis mehr und mehr von ihrer wilden Romantik. 1969 verliess der letzte Wetterbeobachter den Berg. Von da an übernahmen Angestellte der PTT, später der Swisscom, die Arbeit. 2017 ging die Arbeit an die Mitarbeiter der Säntisbahn über. Das ist auch heute noch so, obwohl der Grossteil der Wetterbeobachtung vollautomatisiert verläuft.
Wetter ist und bleibt aber ein spannendes Thema. Kein Stammtisch kommt am aktuellen Wettergeschehen vorbei, und bei SRF ist die Meteosendung nach wie vor die meist gesehene tägliche Sendung, noch vor der Hauptausgabe der Tagesschau. Der Bedeutung des Themas Wetter war man sich auch bei der Säntisbahn voll bewusst und so suchte Geschäftsführer Jakob Gülünay nach einem Wetterbotschafter. Fündig wurde er am Leutschenbach. Auf das Datum seiner ordentlichen Pensionierung bei SRF im Jahr 2025 hin wurde Felix Blumer Wetterbotschafter. Damit bekam das Wetter auf dem Säntis ein Gesicht und noch viel mehr eine bekannte Stimme.
Als Wetterbotschafter sitzt Felix Blumer nicht jeden Tag in der alten Wetterhütte auf dem Säntis. Es geht vielmehr darum, aktuelle Wetterthemen in der Ostschweiz aufzunehmen, darüber zu schreiben und in Referaten auf dem Säntis oder aktuell, während dem Umbau der Säntisbahn, auf der Schwägalp, einem interessierten Publikum näherzubringen. Darüber hinaus steht der Wetterbotschafter auch dem Seminarhotel für Referate und Wetterführungen zur Verfügung.
Die Wetterthemen auf dem Säntis sind vielfältig. Der Wetterbotschafter macht jeweils zum frühesten Sonnenaufgang und zum frühesten Sonnenuntergang eine Führung mit einem Fachreferat. Im Frühling, wenn die Schneedecke auf dem Säntis am mächtigsten ist, geht es um Schnee und Niederschlag auf dem Säntis. Auch astronomische Ereignisse sind äusserst beliebt. Am 7. September 2025, als in der Schweiz eine totale Mondfinsternis zu bewundern war, erlebte der Säntis einen Rekordandrang. Selbstverständlich gab es auch bei diesem Ereignis wissenschaftliche Erläuterungen. Schon jetzt in der Planung sind die nächste Sonnenfinsternis am 2. August und vor allem die nächste totale Mondfinsternis am 31. Dezember 2028. Das wird am frühen Silvesterabend der grosse Apéro-Event.
Am 9. Oktober war im Säntis-Wetter-Talk Fernsehwetter das Thema. Zusammen mit seiner langjährigen SRF Meteo-Kollegin Sandra Boner erklärte Blumer, wie das Fernsehwetter entsteht. Boner erklärte die Hintergründe zum Arbeitsablauf, sowohl bezüglich der Vorbereitung als auch der Moderation auf dem Dach und Blumer sprach darüber, wie heute eine moderne Prognose entsteht und warum das Wetter auf der App nicht mehr als ein Hilfsmittel für das Publikum sein kann. Das Publikumsinteresse war so gross, dass das Referat in diesem Winter sicherlich wiederholt wird. Dann aber auf dem Gipfel des Säntis, wenn die neue Bahn in Betrieb sein wird. Alle Informationen zu Referat und zur Wiederaufnahme des Betriebes der Säntisbahn gibt es zu gegebener
Zeit auf www.saentisbahn.ch.
Felix Blumer
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