Simon Meile
vom TV Lütisburg sorgt sich wegen der steigenden Hallenpreise in Bütschwil.
Der Turnverein (TV) Lütisburg kritisiert die geplante Erhöhung der Hallenkosten in Bütschwil-Ganterschwil. Präsident Simon Meile befürchtet, dass der Verein zwischen die Fronten der beiden Gemeinden gerät. Besonders die Jugendförderungsieht er durch den neuen Tarif gefährdet.
Region Die Gemeinde Lütisburg besitzt keine eigene Turnhalle. Aus diesem Grund nutzt der TV Lütisburg die fünf Turnhallen in Bütschwil-Ganterschwil. Bisher zahlte er dafür jährlich 1500 Franken. Ab 2027 sollen neu 140 Franken pro Hallenstunde verrechnet werden. Für den Verein hätte das einschneidende finanzielle Folgen: «Das würde uns pro Jahr rund 60'000 Franken kosten. Das ist für uns nicht tragbar», sagt Simon Meile, Präsident des Turnvereins Lütisburg. Am vergangenen Freitag hab ihn der Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil telefonisch über die neue Regelung informiert. Bereits im Mai sei der Verein darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass eine Tarifanpassung bevorstehe. «Aber eine dermassen happige Erhöhung habe ich nicht erwartet», so Meile.
Meile stellt die Vollkostenberechnung als solche nicht infrage. Für einen Verein, der einen wichtigen Beitrag zur Jugendförderung leiste, sei der neue Tarif jedoch nicht zahlbar. Er vermutet, dass der Gemeinderat Bütschwil-Ganterschwil mit der Erhöhung Druck auf die Gemeinde Lütisburg ausüben wolle, damit das Baubewilligungsverfahren für eine eigene Turnhalle beschleunigt werde. «Wir als Verein sind die Opfer eines Machtkampfs zwischen den beiden Gemeinderäten», sagt Meile. «Dabei können wir nichts für die Auseinandersetzung zwischen den Gemeinden und sollten deshalb auch nicht darunter leiden.» Dass Lütisburg eine eigene Turnhalle brauche, sei für ihn aber unbestritten: «Dann könnten wir in unserer eigenen Halle trainieren.» Bis eine Halle geplant, bewilligt und gebaut sei, vergehe jedoch viel Zeit. Seit 2022 läuft in Lütisburg das Projekt «Ersatzbau Mehrzweckhalle Lütisburg». Die Gemeinde beziehungsweise die Primarschule plant damit eine eigene Halle. Derzeit wartet das Projekt noch auf die Baubewilligung. Anschliessend muss das Rekursverfahren durch das kantonale Bau- und Umweltdepartement behandelt werden. Das erklärt Marianne Burger Studer, Schulratspräsidentin der Primarschule Lütisburg. Wann mit einem Entscheid gerechnet werden kann, ist derzeit noch offen. Auch andere Hallen in der Region zu nutzen, dürfte für den TV Lütisburg schwierig werden. Insbesondere im Winter seien die Turnhallenkapazitäten im Toggenburg bereits knapp. Während der wärmeren Monate könnten einzelne Trainings eher nach draussen verlegt werden, im Winter sei das kaum möglich. Der Turnverein müsste nach eigenen Angaben innerhalb von zwei Monaten für sieben Riegen neue Trainingsmöglichkeiten finden. Das hält Meile für praktisch unmöglich. Eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge sei ebenfalls keine realistische Lösung. «Ich kann nicht einfach 60'000 Franken auf die Turnerinnen und Turner abwälzen. Dann würde niemand mehr zum Turnen kommen.»
Für Meile ist deshalb klar, dass eine andere Lösung gefunden werden muss. Er fordert den Gemeinderat Bütschwil-Ganterschwil auf, den Entscheid zu überdenken. Dabei gehe es nicht nur um die Finanzen des Turnvereins, sondern auch um dessen Angebot und die Förderung des Nachwuchses. «Ich frage mich, ob es moralisch vertretbar ist, wenn die Jugendförderung auf diese Weise abgestraft wird», sagt Meile. Für den Verein stehe viel auf dem Spiel: Ohne bezahlbare Trainingsmöglichkeiten sei es schwierig, das bisherige Angebot aufrechtzuerhalten.
Shannon Senn
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